Was ist Topstep?
Topstep finanziert seit 2012 von Chicago aus Futures-Trader und ist damit die älteste Firma in diesem Vergleich. Das Produkt heißt Trading Combine: eine 1-Phase-Evaluierung auf einem simulierten Konto, auf dem du zeigst, dass du ein Gewinnziel erreichst – und dabei die Tagesverlustlimits und ein maximales Verlustlevel einhältst.
Weil Topstep ausschließlich Futures anbietet (Produkte der CME Group – Aktienindex-Futures, Energien, Metalle, Währungen, Zinsen), bewegt sich die Firma in einem saubereren regulatorischen Umfeld als CFD-basierte Prop-Firmen und ist eine der stärksten Optionen für Trader aus den USA.
Nur Futures und seit 2012 am Markt – die älteste Firma in diesem Vergleich.
Wenn dir das Modell hinter Topstep neu ist: was Prop Trading genau ist und was ein Funded Account wirklich bedeutet erklären unsere Grundlagen-Ratgeber.
Evaluierung und Preise
Die Trading Combine gibt es in drei Größen – 50K $ (49 $/Monat), 100K $ (99 $/Monat) und 150K $ (199 $/Monat) Buying Power. Ein Zeitlimit zum Bestehen gibt es nicht: Du zahlst monatlich weiter, bis du das Gewinnziel triffst (3.000 $ / 6.000 $ / 9.000 $), ohne das Max Loss Limit (2.000 $ / 3.000 $ / 4.500 $) oder die 50 %-Consistency-Regel zu verletzen.
Bestehen schaltet das Funded Account – dein finanziertes Konto – allerdings nicht kostenlos frei: Topstep berechnet inzwischen eine einmalige Express Funded Activation Fee von 149 $ zusätzlich zum Combine-Abo, und zwar bei jeder Kontogröße. Resets während der Evaluierung werden weiterhin mit derselben Monatsgebühr abgerechnet. Die Kostenstruktur bleibt einfach und transparent – gebührenfrei ist sie nach dem Bestehen aber nicht mehr.
Abos ab 49 $ pro Monat – aber rechne nach dem Bestehen mit 149 $ Aktivierungsgebühr.
Regeln und Drawdown
Topstep nutzt ein End-of-Day-trailing Max Loss Limit: Es zieht mit deinem geschlossenen Kontostand zum Sitzungsende nach, nicht mit deinem Intraday-Hoch. Das ist deutlich milder als der Echtzeit-Trailing-Drawdown, den Firmen wie Apex verwenden – ein offener Trade, der ins Plus läuft und wieder zurückkommt, verschiebt deinen Verlustboden nicht.
Die zentrale Disziplin-Anforderung ist das Tagesverlustlimit und, auf Funded Accounts, eine Consistency-Regel: Kein einzelner Tag darf mehr als die Hälfte deines Gesamtgewinns ausmachen, wenn du deine ersten Auszahlungen anforderst. Wer große Ein-Tages-Gewinne scalpt, wird das als einschränkend empfinden; wer gleichmäßig tradet, merkt es kaum.
Für Trader in Deutschland lohnt der Blick auf die Uhr: Der Handelstag endet laut Topsteps eigenem Regelwerk um 15:10 Uhr Central Time (CT) – umgerechnet 22:10 Uhr deutscher Zeit, solange EU und USA in derselben Sommer- oder Winterzeit stecken. Kippt das kurzzeitig auseinander, weil beide Zonen ihre Uhren an unterschiedlichen Wochenenden umstellen (2026 etwa 8. bis 29. März und 25. Oktober bis 1. November), rutscht der Schluss auf 21:10 Uhr vor. Verlass dich in diesen Wochen lieber auf die Uhr in der Topstep-Plattform als auf den Kopf.
Der End-of-Day-Drawdown verzeiht Intraday-Schwankungen – die Consistency-Regeln verlangen gleichmäßiges Trading.
Was Topsteps Tagesschluss-Drawdown gegenüber einem statischen Modell praktisch bedeutet, zeigt unser Ratgeber Trailing vs. statischer Drawdown mit konkreten Zahlen.
Auszahlungen und Profit Split
Die Auszahlungsstruktur ist 2026 komplizierter geworden. Beim Profit Split (Gewinnbeteiligung) starten neue Trader jetzt ab Tag eins mit glatten 90/10 – der alte Vorteil, die ersten 10.000 $ zu 100 % zu behalten, gilt im Bestandsschutz nur noch für Konten, die vor dem 12. Januar 2026 eröffnet wurden. Nach der Finanzierung landest du auf einem Express Funded Account (XFA): Dort setzen Auszahlungen entweder 5 Gewinntage mit je 150 $+ voraus oder 3 Tage, die eine 40 %-Consistency-Regel erfüllen – gedeckelt auf 2.000 $ bis 6.000 $ pro Anfrage, je nach Kontogröße und Weg (50 % des Kontostands, bis zum jeweiligen Deckel). Die Mindestauszahlung liegt bei 125 $.
Wo Topstep weiter führt, ist das Tempo: Freigegebene Auszahlungen sind bei US-Tradern per Instant-Banküberweisung im Schnitt in 9 Sekunden durch – gegenüber 1–3 Werktagen anderswo. Konstante Trader steigen irgendwann auf ein Live Funded Account mit echtem Kapital auf, wo Auszahlungsanfragen ungedeckelt sind – die XFA-Deckel gelten nur bis zu dieser Stufe.
90/10-Split ab Tag eins für neue Konten; gedeckelte Auszahlungen in der Express-Funded-Stufe, ungedeckelt nach dem Aufstieg auf Live.
Plattformen und Marktzugang
Topstep betreibt mit TopstepX eine eigene Plattform: in allen Plänen kostenlos und gezielt auf die Regeln der Evaluierung zugeschnitten – Drawdown und Verlustlimits werden live angezeigt, TradingView-Charts sind eingebaut. Seit Mitte 2026 ist TopstepX die Standard-Plattform und für neue Trading Combines faktisch verpflichtend; die alte NinjaTrader-Anbindung bleibt für Bestandstrader verfügbar, aber eigenständige Orderausführung über TradingView wird nicht mehr unterstützt – die Charts stecken in TopstepX, statt als separate Verbindung angeboten zu werden.
Die Lerninhalte sind stark: tägliche Livestreams, Coaching-Material und ein Performance-Dashboard. Die Größe der Firma sorgt für gute Reaktionszeiten im Support – und die Community ist groß genug, dass Regelfragen meist schon öffentlich beantwortet sind, bevor du überhaupt fragen musst.
TopstepX ist jetzt die Standard-Plattform mit eingebauten TradingView-Charts; NinjaTrader überlebt für Bestandskonten.
Auszahlung nach Deutschland
Die Auszahlungsbedingungen sind für dich in Deutschland dieselben wie für jeden anderen Topstep-Trader – nur die letzte Meile unterscheidet sich. In der Express-Funded-Stufe wird eine Auszahlung erst nach fünf Gewinntagen mit jeweils 150 $ oder mehr freigeschaltet; alternativ reichen drei Tage, wenn du dabei die 40 %-Consistency-Regel einhältst. Der Mindestbetrag liegt bei 125 $.
Entscheidend ist danach, auf welcher Stufe du stehst. Auf dem Express Funded Account (XFA), deinem finanzierten Konto der ersten Stufe, sind Anfragen je nach Kontogröße und Weg auf 2.000 $ bis 6.000 $ gedeckelt, höchstens 50 % des Kontostands. Erst mit dem Aufstieg auf das Live Funded Account fällt dieser Deckel weg. Sieh die XFA-Phase deshalb als Zwischenstation, nicht als Dauerlösung.
Beim Tempo lohnt der genaue Blick: Die viel zitierten rund 9 Sekunden gelten für US-Trader mit Instant-Banküberweisung, außerhalb dieses Wegs nennt Topstep 1–3 Werktage. Zur Laufzeit einer Überweisung nach Deutschland haben wir nichts Nachprüfbares gefunden; rechne beim Eingang auf deinem Konto lieber mit ein paar Tagen Puffer. Eine Rückerstattung der Monatsgebühren oder der einmaligen Aktivierungsgebühr von 149 $ sieht Topstep nach unseren Daten nicht vor – kalkuliere beide Posten voll in dein Budget ein.
Wie wird Topstep in Deutschland besteuert?
Was Topstep dir auszahlt, ist steuerlich grundsätzlich kein Kapitalertrag. Du handelst mit fremdem Kapital: in der Trading Combine laut Firmenangaben auf einem simulierten Konto, auf dem Live Funded Account dagegen mit echtem Kapital. Dafür bekommst du eine erfolgsabhängige Vergütung. Die pauschale Abgeltungsteuer aus deinem Wertpapierdepot greift darauf im Normalfall nicht.
Finanzämter ordnen solche Zahlungen überwiegend als gewerbliche, seltener als selbständige Einkünfte ein und besteuern sie nach deinem persönlichen Einkommensteuersatz: progressiv von 14 % bis 45 % statt pauschal 25 % Abgeltungsteuer. Ob eine Gewerbeanmeldung und Gewerbesteuer dazukommen, hängt von der Ausgestaltung ab.
Umsatzsteuerlich kommt es darauf an, wie das Finanzamt dich einordnet: Behandelt es dich als Unternehmer und die Vergütung als Entgelt für eine sonstige Leistung, liegt der Leistungsort regelmäßig am Sitz des Empfängers. Topstep sitzt in den USA, aus EU-Sicht also im Drittland; eine Zusammenfassende Meldung wie bei Anbietern aus dem EU-Raum entfällt dann. Fest steht unabhängig davon: Topstep führt keine deutsche Steuer für dich ab, die Erklärung liegt vollständig bei dir.
Das sind die üblichen Grundsätze, keine auf deinen Fall zugeschnittene Auskunft: Rechtsform, Umfang und Regelmäßigkeit deines Tradings können die Einordnung verschieben. Wie die Zuordnung funktioniert und welche Unterlagen du von Anfang an sammeln solltest, steht im Prop-Trading-Steuern-Ratgeber; für die konkrete Umsetzung führt kein Weg an einer Steuerberatung mit Trading-Erfahrung vorbei.
Eine Frage, die bei einer US-Firma zusätzlich aufkommt: Behält Topstep selbst schon US-Quellensteuer ein? Nach den allgemeinen Grundsätzen eher nicht, solange du ausschließlich von Deutschland aus handelst – die Einordnung und ihre Grenzen erklärt der Steuern-Ratgeber. Praktisch verlangt Topstep laut eigenem Helpcenter von nicht-amerikanischen Tradern ein W-8BEN, stellt aber kein 1099-Formular aus und schreibt ausdrücklich, zu ausländischem Steuerrecht keine Auskunft geben zu können.
Support und Sprache
Der Support gilt nach unseren Daten als schnell erreichbar; die Größe der Firma sorgt für gute Reaktionszeiten. Getragen wird das Angebot aber vor allem von der Community: tägliche Livestreams, Coaching-Material und ein Performance-Dashboard gehören dazu, und sie ist groß genug, dass Regelfragen meist schon öffentlich beantwortet sind, bevor du ein Ticket aufmachst.
Eine deutschsprachige Betreuung ist für Topstep nicht belegt; plane damit, Regelwerk, Auszahlungsbedingungen und Support-Korrespondenz im englischen Original zu lesen. Für die meisten deutschen Futures-Trader ist das kein echtes Hindernis, weil die Fachbegriffe ohnehin englisch sind. Wer aber ein Regeldetail wie das End of Day Trailing Max Loss Limit falsch versteht, ist schnell draußen: Bei einer Verletzung liquidiert Topstep sofort. Lies die Bedingungen deshalb genau – das gehört fest zur Vorbereitung.
Für wen lohnt sich Topstep aus deutscher Sicht?
Topstep ist eine reine Futures-Adresse: Forex-Paare, Aktien und Krypto-Spot sind nicht im Angebot; wer das aus Deutschland handeln will, ist hier falsch. Wer dagegen bewusst CME-Futures tradet, bekommt mit dem End of Day Trailing Max Loss Limit ein deutlich milderes Modell als den Intraday Trailing Drawdown, der im Futures-Segment sonst üblich ist: Die Verlustgrenze zieht erst mit deinem Kontostand zum Handelsschluss nach, Intraday-Schwankungen offener Positionen kosten dich keinen Puffer. Wie sich das gegen die übrigen Anbieter schlägt, zeigt die Übersicht der besten Futures Prop Firms.
Die Kostenlogik solltest du vorher durchrechnen, denn sie funktioniert anders als im Forex-Standard. Die Trading Combine ist ein Monatsabo: 49 $, 99 $ oder 199 $ je nach Kontogröße. Es läuft ohne Zeitlimit, aber eben auch so lange weiter, bis du bestehst; Resets werden mit derselben Monatsgebühr abgerechnet. Dazu kommt die einmalige Express Funded Activation Fee von 149 $. Wer vier Monate für die 100K $-Stufe braucht, zahlt 396 $ Abogebühr plus 149 $ Aktivierungsgebühr, zusammen 545 $.
Genau hier liegt der Unterschied zum Einmalgebühr-Modell: Bei FTMO zahlst du einmalig 619 $ für die vergleichbare 100K $-Stufe, die Gebühr kommt mit deiner ersten Auszahlung zurück, und die Kosten stehen unabhängig davon fest, wie lange du brauchst. Topstep belohnt dagegen Tempo – jeder zusätzliche Monat kostet direkt Geld. Kennzahl für Kennzahl stehen beide Modelle im Vergleich FTMO vs. Topstep.
Unterm Strich lohnt sich Topstep aus deutscher Sicht für disziplinierte Futures-Trader, die zügig durch die Evaluierung gehen, mit englischsprachigen Kanälen zurechtkommen und Auszahlungsweg wie Steuerpflicht vorher eingeplant haben.
