Was ist Earn2Trade?
Earn2Trade läuft seit 2016 und gehört damit zu den langlebigeren Futures-Funding-Firmen. Die zwei Produkte sind der Trader Career Path (inzwischen das beliebtere der beiden – du startest bei 25K $/50K $/100K $ und wächst Schritt für Schritt auf 200K $) und der Gauntlet Mini / Fast Track (du wählst deine Zielgröße direkt, von 50K $ bis 200K $, und dein Funded Account – dein finanziertes Konto – entspricht genau dem, was du gekauft hast).
Kunden außerhalb der USA werden über Bahia Education Services betreut, einen in Dubai lizenzierten Reseller, der die Marke Earn2Trade in der MENA-Region betreibt; die zentrale US-Gesellschaft sitzt weiter in Wyoming. Gut zu wissen, wenn du außerhalb der USA sitzt – dein Vertrag läuft technisch mit der regionalen Gesellschaft.
Education-first-Funding seit 2016, heute um zwei klarere Produkte gebaut: Trader Career Path und Gauntlet Mini.
Wenn dir das Modell hinter Earn2Trade neu ist: was Prop Trading genau ist und was ein Funded Account wirklich bedeutet erklären unsere Grundlagen-Ratgeber.
Evaluierung und Preise
Der günstigste Einstieg ist die 25K $-Stufe des Trader Career Path, ab rund 60 $/Monat mit den aktuellen Aktionen (150 $ Listenpreis); die kleinste 50K $-Stufe des Gauntlet Mini startet bei etwa 68 $/Monat (170 $ Listenpreis). Bestanden wird über eine einphasige Evaluierung – Gewinnziel, EOD-Drawdown, Tagesverlustlimit und eine 30 %-Consistency-Regel – und, bemerkenswert: Eine Mindestzahl an Handelstagen gibt es nicht mehr.
Eine Aktivierungsgebühr im Voraus fällt ebenfalls weg: Statt vor dem ersten Trade zu kassieren, zieht Earn2Trade sie heute vom Gewinn deiner ersten Auszahlung ab. Zusammen mit der mitgelieferten Ausbildung (Beginner Crash Course, Video-Curriculum, Journaling-Tools) sind die effektiven Kosten konkurrenzfähig, sobald du gegenrechnest, was alles enthalten ist.
Ab ca. 60 $/Monat (Trader Career Path, 25K $), keine Mindest-Handelstage – und die Aktivierungsgebühr wird von der ersten Auszahlung abgezogen statt vorab kassiert.
Regeln und Drawdown
Die Evaluierung und die simulierte „LiveSim“-Funding-Stufe arbeiten beide mit End-of-Day-Drawdown und klar veröffentlichten Verlustgrenzen je Kontogröße. Echte „Live“-Konten, die reales Kapital handeln, wechseln stattdessen auf einen Trailing-Drawdown – ein Unterschied, den man kennen sollte, auch wenn Earn2Trades eigene offengelegte Statistik zeigt, dass nur 5,23 % der erfolgreichen Kandidaten je ein echtes Live-Konto handeln; 94,77 % bleiben auf LiveSim.
Die Firma veröffentlicht ihre eigene Bestehensquote – 8,89 % der Kandidaten haben 2025 bestanden – ein echtes Transparenz-Plus, das kaum ein Wettbewerber bietet. Die Struktur ist weiter bewusst auf Entwicklung getaktet: progressive Positionsgrößen-Limits und eine 30 %-Consistency-Regel während der Evaluierung.
Bei Earn2Trade endet der Handelstag im Trader Career Path laut Firmenangabe um 15:50 Uhr Central Time – 22:50 Uhr deutscher Zeit im Regelfall, 21:50 Uhr während der kurzen Zeitzonen-Lücke im Frühjahr (2026: 8. bis 29. März) und im Herbst (25. Oktober bis 1. November), wenn EU und USA ihre Uhren an unterschiedlichen Wochenenden umstellen. Einzelne Agrar-Futures schließen abweichend früher – die genauen Zeiten je Kontrakt stehen im Earn2Trade-Regelwerk.
EOD-Drawdown in Evaluierung und LiveSim; echte Live-Konten (nur 5 % der Bestandenen) nutzen stattdessen Trailing-Drawdown. Die Bestehensquote (8,89 %) ist öffentlich.
Was Earn2Trades Tagesschluss-Drawdown gegenüber einem statischen Modell praktisch bedeutet, zeigt unser Ratgeber Trailing vs. statischer Drawdown mit konkreten Zahlen.
Auszahlungen und Profit Split
Der Split ist gestaffelt, nicht flach: Auf der 25K $-Stufe des Trader Career Path sind es zum Beispiel 50 % unterhalb von 1.500 $ Gewinn und 80 % darüber – dein effektiver Split verbessert sich also, während du dir einen Puffer aufbaust, statt sofort bei 80/20 zu starten. Auszahlungen laufen jetzt wöchentlich, ab 100 $, ohne zusätzliche Performance-Ziele über die Standardregeln hinaus.
Eine monatliche Abo-Gebühr fällt nach dem Funding nicht mehr an – weder auf LiveSim- noch auf Live-Konten. Die Auszahlungshistorie der Firma ist weiterhin solide.
Gestaffelter Split (50 %, dann 80 % ab einer Gewinnschwelle), wöchentliche Auszahlungen ab 100 $, keine laufende Abo-Gebühr nach dem Funding.
Plattformen und Marktzugang
Der Plattform-Support dreht sich um NinjaTrader und Quantower mit Standard-Futures-Daten über Rithmic. Abgedeckt ist die komplette Produktpalette von CME, COMEX, NYMEX und CBOT – nur Futures, kein Forex, keine Aktien, kein Krypto, keine CFDs.
Bei der Ausbildung führt Earn2Trade wirklich: Das Curriculum reicht von Marktmechanik über Strategieaufbau bis Risikomanagement, in einer Tiefe, die kein Wettbewerber mitliefert. Der Support ist kompetent, die Antwortzeiten sind gut.
NinjaTrader und Quantower, ausschließlich Futures über CME/COMEX/NYMEX/CBOT.
Auszahlung nach Deutschland
Der Takt bleibt für dich in Deutschland derselbe wie überall: wöchentlich, ab 100 $. Womit du nicht planen kannst, ist die letzte Meile. Welche Auszahlungswege Earn2Trade anbietet, ob eine einzelne Anfrage gedeckelt ist und wie lange eine Überweisung bis auf ein deutsches Konto läuft – dazu liegen uns keine überprüfbaren Angaben vor. Geschätzt wird an dieser Stelle nicht.
Belegt ist dagegen die Kostenseite, und sie liest sich anders, als „gestundete Gebühr“ klingt. Die Aktivierungsgebühr von 139 $ wird von deiner ersten Auszahlung abgezogen – zurück bekommst du sie nicht. Für die Monatsgebühren des Trader Career Path (150 $ auf der 25K $-Stufe, 190 $ bei 50K $, 350 $ bei 100K $) gilt dasselbe: Earn2Trade erstattet nicht. Das ist keine Lücke in unseren Daten, sondern die Regel. Stundung heißt später zahlen, nicht weniger zahlen.
Praktisch zählt daraus zweierlei. Deine erste Auszahlung fällt um 139 $ kleiner aus, und jeder zusätzliche Monat in der Evaluierung kostet die volle Monatsgebühr obendrauf – Tempo ist hier ein Geldbetrag, keine Stilfrage. Und ein Wochenrhythmus mit niedriger Schwelle erzeugt viele kleine Zuflüsse statt weniger großer: mehr Buchungszeilen, die du von Anfang an sauber mit Datum festhalten solltest.
Wie wird Earn2Trade in Deutschland besteuert?
Fang beim häufigsten Missverständnis an: Was Earn2Trade dir auszahlt, ist im Regelfall kein Kapitalertrag. Investiert hast du nichts – das Konto stellt die Firma, du lieferst die Handelsleistung und wirst am Ergebnis beteiligt. Die pauschale Abgeltungsteuer von 25 % ist damit meist die falsche Schublade; besteuert wird nach deinem persönlichen Einkommensteuersatz, und als Einkunftsart kommt überwiegend ein Gewerbebetrieb heraus, seltener eine selbständige Tätigkeit.
Für den umsatzsteuerlichen Papierkram entscheidet der Sitz deines Vertragspartners – und der liegt bei Earn2Trade außerhalb der EU. Die zentrale Gesellschaft sitzt in Wyoming, USA; Kunden außerhalb der USA werden über Bahia Education Services betreut, einen in Dubai lizenzierten Reseller. Beide Adressen sind aus EU-Sicht Drittland. Der EU-interne Weg über das Reverse-Charge-Verfahren mit Zusammenfassender Meldung, den du von Anbietern aus dem EU-Raum kennst, greift hier deshalb nicht: Für Drittlandsumsätze ist keine ZM abzugeben. Welche der beiden Gesellschaften in deinem Vertrag steht, solltest du trotzdem vor der ersten Abrechnung nachsehen.
Erwarte unabhängig davon nicht, dass Earn2Trade deutsche Steuer für dich abführt – bei einem Anbieter ohne deutschen Sitz liegt die Erklärung regelmäßig vollständig bei dir. Deine Aufzeichnungen haben hier zwei Seiten, die zusammengehören: auf der einen die wöchentlichen Zuflüsse ab 100 $, auf der anderen die Monatsgebühren des Trader Career Path und die einmal abgezogene Aktivierungsgebühr, von denen nichts zurückkommt. Wie du beide Seiten nebeneinander führst, zeigt der Prop-Trading-Steuern-Ratgeber. Was daraus für dich folgt – gewerblich oder selbständig, umsatzsteuerpflichtig oder nicht –, hängt daran, wie du das Ganze aufziehst: nebenher oder hauptberuflich, als Privatperson oder über eine Gesellschaft. Diese Einordnung gehört in die Hände einer Steuerberatung, die Trading-Mandate betreut.
Earn2Trades Sitz in Wyoming wirft dieselbe Frage auf: Behält die Firma US-Quellensteuer ein? Nach bestandener Prüfung verlangt Earn2Trade laut eigenem Helpcenter ein W-8BEN inklusive deiner ausländischen Steuernummer, äußert sich zur Frage der Einbehaltung selbst aber nicht und verweist dich an deinen eigenen Steuerberater. Die allgemeine Einordnung – warum bei rein deutschem Trading eher keine US-Quellensteuer anfällt – steht im Steuern-Ratgeber.
Support und Sprache
Belegt ist wenig, aber das Belegte ist ordentlich: Der Support gilt nach unseren Daten als kompetent, die Antwortzeiten als gut. Ob es eine deutschsprachige Betreuung gibt, zu welchen Zeiten und über welche Kanäle der Support erreichbar ist, ist für uns nicht belegbar. Wir tragen hier nichts nach, was wir nicht prüfen können.
Geh in dieser Produktkategorie davon aus, dass Vertrag und Kontobereich auf Englisch laufen und im Streitfall die englische Fassung maßgeblich ist. Bei Earn2Trade wiegt das schwerer als anderswo, denn hier ist die Ausbildung das eigentliche Produkt: Crash Course, Video-Curriculum und Journaling-Tools sind der Grund, aus dem du dich für diese Firma entscheidest. In welcher Sprache dieses Material vorliegt, ist nicht dokumentiert – rechne mit Englisch. Reicht dein Englisch nicht für Lehrmaterial und Vertragstexte, kaufst du ausgerechnet den Teil nicht mit, für den du hier zahlst.
Für wen lohnt sich Earn2Trade aus deutscher Sicht?
Earn2Trade ist eine reine Futures-Adresse: CME, COMEX, NYMEX und CBOT, gehandelt über NinjaTrader oder Quantower. Wer Forex, Aktien, Krypto oder CFDs will oder an TradingView hängt, ist hier schlicht falsch. Wer beim Segment bleibt, aber Alternativen abklopfen möchte, findet sie in der Übersicht der besten Futures Prop Firms.
Passen tut das Modell dem Einsteiger, der die Evaluierung weniger als Prüfung und mehr als Lehrgang angeht: keine Mindest-Handelstage, EOD-Drawdown statt eines mitwandernden Trailing-Limits, dazu ein Kontoaufbau in Stufen: Die Evaluierung selbst gibt es bis 200K $, über den Trader Career Path wächst das Konto bis 400K $. Wenn du an diesem Punkt stehst, lohnt vorher der Abgleich mit den besten Prop Firmen für Anfänger.
Nicht passen tut es in drei Fällen. Wenn du einen glatten Profit Split ab dem ersten verdienten Dollar erwartest – die 80 % greifen erst oberhalb der Gewinnschwelle, darunter bleibt es bei der Hälfte. Wenn dein Budget eng ist und du dir Zeit lässt, denn das Monatsabo läuft weiter und nichts davon kommt zurück; wie sich dieses Kostenrisiko gegen einen ähnlich getakteten Wettbewerber schlägt, zeigt der Vergleich Topstep vs. Earn2Trade. Und wenn dir wichtig ist, tatsächlich echtes Kapital zu bewegen, statt dauerhaft in der Simulation zu bleiben – dann rechne die veröffentlichten Quoten der Firma durch, bevor du kaufst.
