Was ist MyFundedFutures?
MyFundedFutures (MFFU) ist im November 2023 gestartet und hat sich direkt gegen Topstep und Apex positioniert – mit einem schlichten Versprechen: weniger Fallstrick-Regeln, schneller ans Geld. Angeboten werden einstufige Evaluierungen auf CME-Futures, mit Kontogrößen von 25K $ bis 150K $.
Inzwischen wurde die komplette Plan-Reihe in Builder, Rapid und Pro umbenannt (vorher Starter/Expert/Milestone). Rapid ist heute das Flaggschiff: tägliche Auszahlungen, 90/10-Split und im Funded Account – dem finanzierten Konto – überhaupt keine Consistency-Regel.
Start im November 2023; die Pläne heißen jetzt Builder/Rapid/Pro – Rapid ist das Flaggschiff bei der Auszahlungsgeschwindigkeit.
Wenn dir das Modell hinter MyFundedFutures neu ist: was Prop Trading genau ist und was ein Funded Account wirklich bedeutet erklären unsere Grundlagen-Ratgeber.
Evaluierung und Kosten
Die Evaluierungen laufen als Monatsabo (eine Einmalkauf-Variante gibt es ebenfalls) und starten bei rund 53 $/Monat im Rabatt für den günstigsten Builder-Plan mit 25K $ (105 $ Listenpreis). Rapid liegt bei gleicher Größe mit ~55 $/Monat etwas höher. Bestanden hast du bei einem Gewinnziel von 1.500 $ bis 3.000 $ – je nach Größe und Plan – und das teils schon in 1–2 Tagen.
Eine Aktivierungsgebühr fällt bei keinem Plan an – ein echter Vorteil gegenüber Firmen, die nach bestandener Evaluierung extra für den Live-Gang kassieren. Pro kostet monatlich mehr als Builder oder Rapid, zahlt dafür aber seltener aus (alle zwei Wochen) und bietet im Gegenzug die höhere Kontoobergrenze.
Ab ~53 $/Monat (Builder, 25K $) – und bei keinem Plan eine Aktivierungsgebühr.
Regeln und Drawdown
Alle drei Pläne nutzen in der Evaluierung einen End-of-Day-Trailing-Drawdown – dein Verlustboden zieht nur mit den Kontoständen zum Sessionschluss nach, nie mit Intraday-Hochs. Im Funded Account bleiben Builder und Pro beim EOD-Trailing, Rapid wechselt dagegen auf einen Intraday-Trailing-Boden in Echtzeit. Builder und Pro haben zudem kein Tagesverlustlimit.
Bei der Consistency-Regel unterscheiden sich die Pläne: Builder verlangt auf finanzierten Konten eine Consistency-Quote von 50 %, Rapid und Pro gar keine. Die Regeln sind klar dokumentiert und werden über alle drei Pläne hinweg einheitlich angewendet.
MyFundedFutures schließt offene Positionen automatisch um 16:10 Uhr Eastern Time (die Firma schreibt „EST“ – branchenüblich ist damit die jeweils gültige Ostküstenzeit gemeint, die mit der US-Sommerzeit mitwandert). Umgerechnet ist das 22:10 Uhr deutscher Zeit im Regelfall, 21:10 Uhr in den kurzen Wochen im Frühjahr und Herbst, in denen EU und USA ihre Uhren nicht am selben Wochenende umstellen (2026: 8. bis 29. März, 25. Oktober bis 1. November). Prüf im Zweifel den Countdown im MyFundedFutures-Dashboard – der zeigt die tatsächliche Restzeit.
EOD-Drawdown bei Builder/Pro; Rapid wechselt nach dem Funding auf Intraday-Trailing, lässt dafür die Consistency-Regel komplett weg.
Was MyFundedFuturess Tagesschluss-Drawdown gegenüber einem statischen Modell praktisch bedeutet, zeigt unser Ratgeber Trailing vs. statischer Drawdown mit konkreten Zahlen.
Auszahlungen und Profit Split
Der Profit Split – deine Gewinnbeteiligung – hängt vom Plan ab: 90/10 bei Rapid, 80/20 bei Builder und Pro. Rapid zahlt täglich aus (eine Anfrage alle 24 Stunden), Builder alle 48 Stunden, Pro alle zwei Wochen – welchen Plan du wählst, entscheidet also zwischen Auszahlungstakt auf der einen und Split plus Drawdown-Toleranz auf der anderen Seite.
Scaling ist je nach Plan und Performance bis zu 100K $ an Gesamtauszahlungen möglich.
90/10-Split mit täglicher Auszahlung bei Rapid; 80/20 mit EOD-Drawdown bei Builder/Pro – entscheide danach, was dir mehr wert ist.
Plattformen und Marktzugang
Unterstützt werden Tradovate, NinjaTrader und TradingView – der übliche moderne Futures-Stack. Datenfeeds und Plattformzugang stecken bei den meisten Plänen sauber im Abo.
Das Dashboard ist funktional und zeigt Drawdown, Ziele und Auszahlungsberechtigung klar an. Der Support reagiert schnell – über Discord und per Ticket.
Tradovate, NinjaTrader und TradingView – sauber ins Abo integriert.
Auszahlung nach Deutschland
Wann du bei MyFundedFutures Geld anfordern darfst, hängt einzig am gewählten Plan – einen festen Zahltag im Monat gibt es nicht. Rapid erlaubt alle 24 Stunden eine Anfrage, Builder alle 48 Stunden, Pro alle zwei Wochen. Für dich in Deutschland heißt das: Den Takt entscheidest du beim Kauf, nicht später über gute Zahlen.
Alles Weitere rund um die Überweisung selbst bleibt offen. Zu Mindestbeträgen je Anfrage, zu einer möglichen Obergrenze, zu den zugelassenen Auszahlungswegen und zur Laufzeit einer Zahlung auf ein deutsches Konto liegen uns keine überprüfbaren Angaben vor. Wir raten hier nicht – kläre den Weg im Dashboard, bevor du die erste Anfrage stellst, statt dich auf eine Zahl von einer Vergleichsseite zu verlassen.
Ein Punkt steht dagegen fest: Erstattet wird bei MyFundedFutures nichts. Die Einstiegsgebühr kommt mit keiner Auszahlung zurück. Dafür entfällt eine Aktivierungsgebühr komplett, und weil die Evaluierung als Monatsabo läuft, ist jeder Monat eine laufende Ausgabe statt einer Vorleistung, die du dir zurückholst. Das verschiebt deine Rechnung: Nicht der Preis pro Versuch zählt, sondern wie viele Monate du bis zum Funded Account brauchst.
Wie wird MyFundedFutures in Deutschland besteuert?
Was am Ende bei dir ankommt, ist steuerlich kein Kapitalertrag. Angelegt hast du nichts – du erbringst eine Leistung auf einem fremden Konto und wirst am Ergebnis beteiligt, mit 90 % bei Rapid und 80 % bei Builder und Pro. Die pauschale Abgeltungsteuer aus deinem Wertpapierdepot passt darauf im Regelfall nicht: Zum Tragen kommt dein persönlicher Einkommensteuersatz, und als Einkunftsart wird meist ein Gewerbebetrieb angenommen, seltener eine selbständige Tätigkeit.
Über den umsatzsteuerlichen Papierkram entscheidet der Sitz deines Vertragspartners, und der liegt bei MyFundedFutures in den USA. Aus deutscher Sicht ist das ein Drittland – die Zusammenfassende Meldung, die beim Reverse-Charge-Verfahren mit einem Anbieter aus dem EU-Raum dazugehört, entfällt hier also. Abgeführt wird für dich ohnehin nichts: keine deutsche Steuer, kein Einbehalt, die vollständige Erklärung liegt bei dir.
Die eigentliche Frage stellt bei MyFundedFutures das Preismodell: Die Evaluierung läuft standardmäßig als Monatsabo, daneben gibt es eine Einmalkauf-Variante. Die Monatsgebühr läuft weiter, ob du bestehst oder nicht, und sie kommt nie zurück – sie ist damit kein durchlaufender Posten, sondern eine laufende Betriebsausgabe, die du Monat für Monat gegen die späteren Auszahlungen stellen musst. Wie du diese Gegenrechnung aufsetzt und was du dafür ab dem ersten Abomonat aufbewahrst, erklärt der Prop-Trading-Steuern-Ratgeber. Ob du als Unternehmer giltst und ob Gewerbeanmeldung und Gewerbesteuer dazukommen, hängt daran, wie groß und wie regelmäßig du das betreibst und in welcher Rechtsform – das klärt eine Steuerberatung mit Trading-Mandaten, sinnvollerweise bevor die erste Auszahlung eingeht und nicht erst im Jahr danach.
Laut einer Drittquelle (nicht die Firma selbst) reichen nicht-amerikanische Trader bei MyFundedFutures während des Auszahlungsprozesses ein W-8BEN ein; eine eigene Aussage der Firma zur Quellensteuer liegt nicht vor. Ob als US-Unternehmen überhaupt amerikanische Quellensteuer anfällt, dazu mehr im Steuern-Ratgeber.
Support und Sprache
Belegt ist beim Support vor allem der Weg dorthin: MyFundedFutures ist über Discord und per Ticket erreichbar, und die Reaktionen fallen nach unseren Daten schnell aus. Feste Servicezeiten, garantierte Antwortfristen oder eine deutschsprachige Betreuung sind dagegen nirgends dokumentiert; wir tragen an dieser Stelle nichts nach, nur weil es gut klingen würde.
Unabhängig davon solltest du damit rechnen, dass Vertrag, Regelwerk und Kontobereich auf Englisch laufen. In dieser Produktkategorie ist das der Normalfall, bei einer Firma mit US-Sitz erst recht. Ein Mangel ist es nicht, Gewicht hat es trotzdem: Ob Rapid im Funded Account auf Intraday-Trailing umschaltet und ab wann bei Builder die 50 %-Consistency-Regel greift, entscheidet über dein Konto – und diese Sätze stehen im englischen Original, nicht in einer Übersetzung. Reicht dein Englisch für Vertragstexte nicht, ist das ein handfestes Risiko und kein Komfortproblem.
Für wen lohnt sich MyFundedFutures aus deutscher Sicht?
Der Zuschnitt ist eng: CME-Futures, sonst nichts. Wer aus Deutschland Forex-Paare, Indizes als CFD oder Aktien handeln will, ist hier an der falschen Adresse. Passen Futures dagegen zu deinem Setup und läuft es auf Tradovate, NinjaTrader oder TradingView, deckt MyFundedFutures deinen Stack ohne Umwege ab. Wo die Firma im Segment steht, zeigt die Übersicht der besten Futures Prop Firms.
Der zweite Filter ist dein Verhältnis zum Tempo. Rapid ist für den gebaut, der zügig arbeitet: 90 % Anteil, tägliche Anfrage, keine Consistency-Regel – bezahlt mit einem Intraday-Trailing-Boden auf dem finanzierten Konto, der Fehler in Echtzeit bestraft. Builder und Pro drehen das um, mit End-of-Day-Drawdown und ohne Tagesverlustlimit mehr Luft, dafür 80 % Anteil und ein längerer Auszahlungstakt. Zielst du beim Split ohnehin aufs Maximum, ordnet der höchste Profit Split im Vergleich das ein.
Nicht lohnt sich MyFundedFutures, wenn du eine lange Firmenhistorie als Sicherheit brauchst – gestartet wurde im November 2023 – oder wenn dir die Obergrenze von 150.000 $ Kontogröße zu eng ist. Und weil das Abo monatlich weiterläuft und nichts erstattet wird, kostet jeder zusätzliche Monat in der Evaluierung bares Geld: Wer sich Zeit lässt, zahlt dafür. Wie sich dieses Modell gegen die strengere, aber ältere Struktur der bekanntesten Futures-Adresse schlägt, steht im Vergleich Topstep vs. MyFundedFutures.
