Funded Account vs. strukturiertes Ausbildungsprogramm
FTMO wurde 2015 in Prag gegründet und ist auch zehn Jahre später die Firma, an der sich der Rest der Branche misst: ein durchgehend dokumentierter Auszahlungs-Track-Record auf Forex und CFDs, gehandelt über MT4, MT5 oder cTrader, mit Zugriff auf Forex und Krypto-CFDs. Bestehst du die Challenge, handelst du direkt auf einem vom Unternehmen finanzierten Konto – dem Funded Account (finanziertes Konto).
Earn2Trade wurde 2017 gegründet, sitzt in Wyoming, USA, und handelt ausschließlich Futures über NinjaTrader und Quantower – kein Forex, keine Aktien, kein Krypto. Die Firma positioniert sich bewusst als Ausbildungsprodukt (Trader Career Path, Gauntlet Mini) statt als reine Evaluierung.
FTMOs Funded Account ist ab dem ersten Tag real und vom Unternehmen finanziert; Earn2Trade positioniert sich stattdessen als Ausbildungsprogramm mit eigenem Lehrplan.
Einmalige Challenge-Gebühr mit Rückerstattung vs. laufendes Abo ohne Rückerstattung
FTMO verlangt eine einmalige Gebühr pro Versuch: 99 $ für das 10.000 $-Konto bis 1.249 $ für das 200.000 $-Konto, in einer zweistufigen Evaluierung (10 % Gewinnziel in der Challenge, 5 % in der Verification, bei 10 % maximalem Verlust und 5 % Tagesverlustlimit). Neu ist eine Pflicht von mindestens 4 Handelstagen pro Phase. Die Gebühr kommt mit deiner ersten Auszahlung vollständig zurück, und ein Ergebnis im Plus, aber unter Ziel, bringt dir einen kostenlosen neuen Versuch.
Earn2Trade rechnet im Abo: Der Trader Career Path startet bei 150 $ im Monat für die 25.000 $-Stufe, 190 $ für 50.000 $ und 350 $ für 100.000 $ (Listenpreise) – du zahlst weiter, bis du das Gewinnziel in der einphasigen Evaluierung erreichst. Bei den Mindesthandelstagen hat sich das Bild gegenüber FTMO gedreht: Earn2Trade verlangt inzwischen keine Mindestzahl an Handelstagen mehr. Die 139 $-Aktivierungsgebühr wird nicht vorab kassiert, sondern von deiner ersten Auszahlung abgezogen – zurück bekommst du sie aber nie, anders als FTMOs vollständige Rückerstattung.
FTMOs Gebühr kommt mit der ersten Auszahlung komplett zurück; Earn2Trades 139 $-Aktivierung wird nur gestundet, nie erstattet – und die Handelstage-Pflicht ist zwischen beiden Firmen genau umgekehrt.
Ein Drawdown-Modell für alle Phasen vs. zwei Modelle je nach Kontostatus
FTMO fährt in jeder Phase dasselbe Modell: statischer Drawdown, 10 % maximaler Verlust gemessen am Startkapital, 5 % Tagesverlustlimit. Der Boden bewegt sich nie – Gewinne bauen dir einen Puffer auf, egal ob Challenge, Verification oder Funded Account.
Bei Earn2Trade hängt das Modell von der Kontostufe ab: In der Evaluierung gilt ein End-of-Day-Drawdown mit klar veröffentlichten Verlustgrenzen je Kontogröße und einer 30 %-Consistency-Regel; im Funded-Stadium wechselst du auf Trailing-Drawdown.
FTMOs statischer Boden bewegt sich in keiner Phase; Earn2Trade nutzt End-of-Day-Drawdown während der Evaluierung und wechselt erst im Funded-Stadium zu Trailing-Drawdown.
14-Tage-Rhythmus mit steigendem Split vs. wöchentliche Auszahlung mit gestaffeltem Split
FTMO zahlt standardmäßig im 14-Tage-Rhythmus, auf Wunsch mit individuellem Termin. Der Profit Split (Gewinnbeteiligung) startet bei 80/20 und steigt über den Skalierungsplan auf 90/10 – die Verbesserung ist an Kontowachstum gekoppelt, nicht an einen einzelnen Monat.
Earn2Trade zahlt wöchentlich aus, ab 100 $ Mindestbetrag – schneller getaktet als FTMO. Der Split ist dafür nicht flach: Auf der 25.000 $-Stufe des Trader Career Path liegt er bei 50 % unterhalb von 1.500 $ Monatsgewinn und erst darüber bei 80 %. Dein effektiver Split hängt hier also vom Ergebnis des jeweiligen Monats ab, nicht von einem Scaling-Meilenstein wie bei FTMO, und die Obergrenze bleibt bei 80 % statt bei FTMOs 90 %.
FTMO zahlt seltener aus, dafür mit einem Split, der über den Skalierungsplan bis 90/10 steigt; Earn2Trade zahlt wöchentlich, koppelt den Split aber an eine monatliche Gewinnschwelle und deckelt ihn bei 80 %.
Für wen sich FTMO lohnt – und für wen Earn2Trade
Nimm FTMO, wenn du Forex oder CFDs handelst, dir ein Jahrzehnt dokumentierter Auszahlungen wichtiger ist als eine niedrige monatliche Einstiegshürde, und du die Einmalgebühr als Vorleistung akzeptierst, die dir mit der ersten Auszahlung vollständig zurückkommt.
Nimm Earn2Trade, wenn du im Futures-Trading noch am Anfang stehst, ein strukturiertes Curriculum willst und dir wöchentliche Auszahlungen ab 100 $ wichtiger sind als eine hohe Split-Obergrenze.
Handelst du grundsätzlich beide Assetklassen, entscheidet am Ende, welches Risiko du eingehen willst: eine höhere Einmalgebühr mit vollständiger Rückerstattung bei FTMO gegen ein niedrigeres, aber nicht erstattbares Monatsabo bei Earn2Trade – dafür mit Ausbildung inklusive.